„Alte Synagoge“ jetzt „Haus jüdischer Kultur“

Ein neuer Anfang

Witten, Februar 2011. Die „Alte Synagoge“ in Essen gehört zu den größten und architektonisch bedeutendsten, freistehenden Synagogenbauten Europas aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts. Ein einzigartiges Kulturdenkmal: 1913 nach den Plänen Edmund Körners erbaut, 1938 in der Pogromnacht angezündet, 1959 von der Stadt Essen erworben diente sie nach wechselhafter Geschichte ab 1980 als Gedenkstätte und politischhistorisches Dokumentationsforum. Nach über zweijähriger Umbauzeit wurde sie im vergangenen Sommer mit geändertem musealen Konzept wieder eröffnet und präsentiert sich nun dem Besucher gänzlich neu. Entstanden ist ein „Haus jüdischer Kultur“. Offen, weit und in heiteren Farben statt Gedenkstättengrau. Fünf Ausstellungsbereiche geben facettenreich Einblick in jüdisches Leben einst und jetzt. Damit ist diese eindrucksvolle Architektur als interkulturelle Begegnungsstätte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die konzeptionellen Anforderungen zur Umgestaltung der Alten Synagoge baulich umzusetzen, erwies sich planerisch als große Herausforderung und gestaltete sich auch als Arbeit voller Überraschungen, denn es gab keine Bestandpläne. Im Kern ging es um eine signifikante Steigerung der innenräumlichen Qualität des Gebäudes. „Ziel war es, großzügige, fließende Raumbereiche zu schaffen, um so die Weite des Raums und seinen lichten Charakter zu betonen“, erläutert Lothar Jeromin vom Architekturbüro LJA Essen (Planung/Bauleitung). Das überzeugende Gesamtergebnis wurde durch eine sensibel aufeinander  abgestimmte Symbiose auserwählter Einzelmaßnahmen erzielt, die erst in ihrer Gesamtheit den eigentlichen Wert verkörpern.

Gestaltete Offenheit

Weit geöffnet empfängt die Alte Synagoge heute ihre Besucher. Schon der neugestaltete, weiträumige Edmund-Körner-Platz mit dem breiten Treppenaufgang und den transparenten offenen Eingangstüren weckt Interesse und lädt zum Besuch ins Innere ein. Dort erwartet den Gast der großzügige Hauptraum mit einem bis hinauf in die Kuppel gänzlich unverstellten Blick. Sanfte, selbstbewusste Apricottöne in unter- schiedlichen Schattierungen und kontrapunktische Fliederfarben in der Kalotte wirken heiter und unterstreichen die gewünschte räumliche Weite. Differenzierungen in angrenzende Bereiche wurden farblich dezent abgesetzt, um Orientierung zu geben und thematische Vielfalt zu verdeutlichen.

Die raumprägende, großzügige Wirkung der offenen Flächigkeit wird durch die visuelle Kraft der weitgehend fugenlos verlegten, monolithischen Böden verstärkt. Dabei setzte man auf ein besonders hochwertiges Materialkonzept. Zum Einsatz kam im gesamten Gebäude auf rund 1.200 qm ARDEX PANDOMO® FloorPlus. Eine individuell einfärbbare, gestaltungsfähige Nivelliermasse auf Zementbasis, die glatte, klare Bodenflächen in moderner reduzierter Optik entstehen lässt. Edel in der Oberflächenwirkung und farblich spezifisch abgestimmt auf das vorgegebene Innendesign. Damit erfolgte die Gestaltung sämtlicher Fußböden oberhalb des Erdgeschosses durchgehend gleich: „Ein farblich zurückhaltender, die jeweiligen Raumfarben reflektierender Untergrund, der sich einzig in den Sitzstufen und in zwei Treppenhäusern selbstbewusst und eigenständig zeigt“, so Jeromin zur gestalterischen Konzeption.

Angesichts der stark frequentierten öffentlichen Bereiche war für die Ausführung des Bodens auch eine hohe Strapazierfähigkeit von entscheidender Bedeutung. Mit ARDEX PANDOMO® FloorPlus wurde hier gleichermaßen eine überzeugende, dauerhafte Lösung gefunden. Sein entscheidendes „Plus“ erzielt das Material durch das Einstreuen eines speziellen Sandes in die noch frische Nivelliermasse. Dadurch wird der Boden noch belastbarer und härter, ohne jedoch seine insgesamt ruhige und homogene Oberflächenoptik einzubüßen. Dabei ist das Material schnell und effizient zu verarbeiten. Ein spezielles Finish zum Abschluss sorgt für einen besonderen, seidigen Oberflächenglanz. So konnte mit einer insgesamt stimmigen Materialwahl zum überzeugenden Gesamtergebnis mit beigetragen werden. Die ganz erheblich gestiegenen Besucherzahlen der „Alten Synagoge“ sind ein direkter Beleg für den Erfolg der eingesetzten Maßnahmen und eine sehr positive Resonanz auf die gesteigerte, innenräumliche Qualität. Ein bewusst neuer Anfang für dieses alte Baukunstwerk hin zu einem lebendigen, offenen Kulturdenkmal.

Hintergrund: Materialinformation und Verlegemethode

PANDOMO® von ARDEX ist ein modernes System der Oberflächengestaltung für Boden, Wand und Decke, das alle Möglichkeiten architektonischer Konzeption offenhält. PANDOMO® Floor steht dabei für die exklusive Bodengestaltung. Ein zementärer Bodenbelag, dessen einzigartiges Gestaltungskonzept eine nahezu unbegrenzte Palette an Designs und Farben bereithält und glatte, klare Bodenflächen in moderner reduzierter Optik entstehen lässt. Machbar sind ganzheitliche, fugenlose Flächen, so individuell wie die gestalterische Idee. Die Zementbasis sowie die moderne Industrieoptik sorgen für einen edlen klaren Auftritt. Durch den bewussten individuellen Einsatz der Farbtöne erwacht jeder Boden zum Leben und prägt den Raum. Durch die abschließende Behandlung mit Steinöl auf Öl-Wachs-Basis bekommt die Oberfläche einen seidigen Schimmer.

Für stark beanspruchte Bereiche empfiehlt sich PANDOMO® Floor-Plus. Hier wird während der Verlegung ein spezieller Sand in die noch frische Nivelliermasse eingestreut. Dieser sorgt für eine gesteigerte Oberflächenhärte und erhöhte die Strapazierfähigkeit des Bodens zusätzlich. Dabei verfügen auch diese Flächen über eine insgesamt ruhige, homogene Oberflächenoptik. Die Verarbeitung selbst erfolgt schnell und überzeugend effizient durch spezialisierte Fachbetriebe